Manuel Weisshaar
SChön ist die welt
Roman
232 Seiten, Softcover
12 Euro
ISBN: 978-3-949682-13-1
Abschied ins Gestern: In Manuel Weißhaars Debütroman wird Nostalgie zur Falle. Ein junger Mann wird beauftragt, Nachforschungen über eine Reihe von Einrichtungen anzustellen, in denen angeblich Menschen spurlos verschwinden. Gegründet wurden die sogenannten „Lichtschulheime“ von einer umstrittenen, längst verstorbenen Klatschspaltenpersönlichkeit, die in ihren letzten Lebensjahren zum Mystiker geworden ist. Eher widerwillig lässt sich der Mann in eines davon einschleusen: Haus Sonnenheide liegt mitten auf der Schwäbischen Alb, umgeben von Wiesen, Wäldern und Kalksteinfelsen. Dort findet er sich in einer Idylle wieder, der er schon bald nicht mehr entrinnen kann…
„Schön ist die Welt“ ist ein surrealer Heimatroman (oder ein bukolischer Horrorroman), ein Stück Southern Gothic aus dem deutschen Süden. Wie ein Kind in ewigen Sommerferien (oder ein Gespenst) irrt sein namenloser Erzähler darin durch eine seltsam schöne Welt, die zusammengesetzt wirkt aus brüchigen Erinnerungen, verrauschten Filmszenen, sentimentalem Schlagerkitsch und halbvergessenen Kinderbüchern.
Das Haus Sonnenheide erscheint dabei als nostalgische Falle, in der die alte Bundesrepublik in Endlosschleife heraufbeschworen wird: als vermeintliches Modelleisenbahnidyll, als verschwundenes Wirtschaftswunderland, wo Konsalik gelesen, Schwarzwaldklinik geschaut und Mettigel gegessen werden.
Manuel Weißhaars Debütroman „Schön ist die Welt“ erzählt mit subtilem Grauen vom Abschied ins Gestern – und erweist sich damit als perfekter Kommentar auf eine Gegenwartsgesellschaft, die ihre verlorene Zukunft in der Vergangenheit zu finden erhofft. Ein Algorithmus würde sagen: Dieses Buch wird Ihnen gefallen, wenn Sie Eduard von Keyserling und David Lynch mögen. Oder vergilbte Postkarten von deutschen Landschaften, die ein wenig unheimlich anmuten.
–
Manuel Weißhaar, im Schwarzwald geboren, lebt und schreibt in Berlin. „Schön ist die Welt“ ist sein erster Roman.

